„Shuggie Bain“ von Douglas Stuart


80er Jahre in Glasgow: In einer der der schlimmsten Gegenden, einer heruntergekommenen ehemaligen Zechensiedlung versucht die Familie Bain einen Neuanfang - doch der Vater, Big Shug, hatte nie vor, Teil davon zu sein. Allein gelassen, versuchen die 3 Kinder, die stolze, alkoholkranke Mutter bestmöglich zu unterstützen… und scheitern. Die Älteste heiratet und zieht so weit weg wie möglich, der Mittlere hält noch ein paar Jahre durch. Und so bleibt Hugh, genannt Shuggie, der einzige Vertraute seiner verzweifelnden Mutter – eine ziemliche Verantwortung für einen 10jährigen…

Meine Meinung zum Titel

Ein schonungslos und offen beschriebenes Bild der Armut, Gewalt und Hoffnungslosigkeit in Schottlands Großstadt, die in den 80er und 90er Jahren geprägt war von Arbeitslosigkeit und Zerfall. Der Kampf der Familie ums Überleben mithilfe von Sozialhilfe, die jedoch hauptsächlich für den großen Tröster Alkohol draufgeht, die Versuche des Jungen, seine Mutter durch seine unerschütterliche Liebe vor der Flasche, den falschen Männern und ihrer Selbstzerstörung zu retten, ist herzzerreißend – und letztendlich sinnlos. Mit 14 Jahren schlägt sich Shuggie schließlich alleine durch, auf sich gestellt mit seinen eigenen Sorgen und Dämonen.

Foto: Verlag

Eine Empfehlung von Susi Albers-Dowling, Stadtbücherei Erding