liest aus seiner Biographie über Kurt Hirsch „Zwischen den Stühlen – Aufrecht“.

Kurt Hirsch, 1913 in Wien geboren und schon in der Jugend geprägt von marxistisch-leninistischem Gedankengut und politisch engagiert, war Jude durch Geburt. 1938 wurde er nach Dachau deportiert, dann nach Buchenwald. Nach 1945, nach Wien zurückgekehrt, wurde er erst zum Emigrant, weil im Visier des sowjetischen Geheimdienstes, dann zum politischen Fremdkörper im Nachkriegs-Deutschland. Da er ein Kritiker israelischer Palästina-Politik war, wurde ihm Antisemitismus vorgeworfen. Als vorurteilsloser Beobachter der kommunistischen Hälfte Deutschlands stand Kurt Hirsch unter Verdacht, ein Stasi-Spitzel zu sein. Die Aufmerksamkeit bestimmter Kreise zog er vor allem auf sich, weil er sich nach dem Zweiten Weltkrieg als Publizist und Autor einer Thematik widmete: Dem Kampfgegen Alt- und Neonazis, gegen rechte Nationalisten und rechten Ausländerhass. Er tat dies mit zahlreichen Büchern, in Publikationen und als Journalist. Der von ihm initiierte Pressedienst Demokratische Initiative war, unterstützt von bekannten Schriftstellerinnen und Schriftstellern, von der Linken oder auch der SPD, bis in die1980er Jahr das unüberhörbare Sprachrohr gegen Rechts in diesem Kampf. Der Blick auf das Leben des jüdischen Kommunisten Kurt Hirsch ist auch deshalb ein Blick auf das Europa des 20. Jahrhunderts. pet

Mittwoch, 7.12.2022, 19.30 Uhr

Eintritt: 5 EUR, Ehrenamtskarte frei

Bitte reservieren Sie rechtzeitig (vor Ort, telefonisch oder per Mail an stadtbuecherei@erding.de).

Ingrid Müller-Heß
Ingrid Müller-Heß

Ingrid Müller-Heß, Leiterin der Stadtbücherei.

Bildquellen

  • Ingrid Müller-Hess: Stadtbücherei Erding, selbst